Penig

Kirche „Unser Lieben Frauen auf dem Berge“, Penig
Markersdorfer Kirche

Kirche „Unser Lieben Frauen auf dem Berge“, Penig

An markanter Stelle am Ufer der Zwickauer Mulde wurde die Stadt Penig gegründet. Der Fluss hat sich tief in die Landschaft eingegraben, so dass vom Ort nicht viel zu sehen ist, nähert man sich ihm. Nicht zu übersehen ist jedoch die Stadtkirche, die Penig ziemlich bestimmend überragt. Sieben Wege führen den Berg hinauf, auf dem die Kirche steht und ihrem Namen alle Ehre macht: „Unser Lieben Frauen auf dem Berge“. Sie ist wie so manche andere Stadtkirche eine Marienkirche und wurde von Georg Bramitz erbaut. Die vielen kleinen Häuser zwischen Markt und Friedhof erwecken den Eindruck, als wollten sie sich in ihrem Schutz bergen. Die Auftraggeber zum Bau der Kirche hatten sich aber zu viel zugemutet: die ursprüngliche Absicht, eine spätgotische Hallenkirche mit drei Schiffen und Gewölben zu bauen, konnten sie aus finanziellen Gründen nicht vollenden. Auch starb der Baumeister der Kirche. So erhielt das Kirchenschiff eine einfache Holzdecke. Die Kirchenweihe fand 1515 statt.

Nachdem 1539 in Penig die Reformation eingeführt war, ließ Wolf von Schönburg 1564 einen Altar aus Sandstein von Christoph Walther II. aus Dresden errichten. Er besteht aus zahlreichen Reliefdarstellungen und ist mit Edelsteinen besetzt. Unmittelbar über dem Altartisch befindet sich ein Abendmahlsbild. Das Hauptbild darüber ist eine ausgesprochen lebhafte Darstellung der Kreuzigung von Jesus Christus. Seitwärts zeigt ein Relief die Stifter des Altars, denen Jesus als Pfarrer das Abendmahl in Brot und Wein reicht. Dies soll die älteste Darstellung des Abendmahls nach evangelischem Ritus sein. Es waren die Frauen der Stadt, die es durch eine Geldsammlung ermöglichten, dass 1609 ein neuer Taufstein angeschafft werden konnte. Sein Schmuck sind vier Reliefs zu biblischen Geschichten, die einen Bezug zur Taufe haben. Der ausführende Künstler war Gabriel Eckardt aus Freiberg. Taufstein und Altar wurden in den 70ger Jahren restauriert und sind wieder in ursprünglicher Farbenvielfalt zu betrachten. Die vielbewunderte Felderdecke kam erst 1688 in die Kirche. Constantin Seitz d. Ä. aus Schneeberg bemalte 70 großflächige Bildtafeln mit Motiven aus der Bibel. Diese Bilder sind ein eindrucksvolles Dokument für die Glaubens-frömmigkeit der Christen im 17. Jahrhundert.

Die anderen Einbauten der Stadtkirche – Kanzel, Lesepult, Empore, Gestühl, Altarfenster und Orgel – kamen im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts in die Stadtkirche. Auch der Westgiebel wurde 1892 – 94 verändert. Bei seiner Instandsetzung 1993 wurden diese Gestaltungselemente von älteren farblich abgesetzt. Die große Orgel hat Richard Kreutzbach aus Borna errichtet. Als technische Besonderheit verfügt sie über eine pneumatische Steuerung der Schleifladen.

An der Nordseite der Kirche schließt sich die alte Kapelle „Zur Herrlichkeit“ an. Sie ist der älteste Teil der Kirche und stammt aus dem Jahr 1380, errichtet als Grablegekapelle der Grafen von Leisnig. Turm und Kirchenschiff sind später an sie angebaut worden. Diese Kapelle mit einem gotischen Gewölbe nutzte die Ev.-Luth. Kirchgemeinde viele Jahre als Winterkirche.

Die Stadtkirche hat über die Jahrhunderte hinweg manche Veränderung erfahren. Das ist ein Zeichen dafür, wie Menschen sie genutzt und mit ihr gelebt haben. Auch die Menschen haben sich verändert, nicht zuletzt in ihrem Verhältnis zur Kirche. Die Kirche ist nicht mehr der Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Aber sie ist für alle ein sichtbarer Hinweis darauf, dass Gott da ist und es Menschen gibt, die zu ihm halten. So wie die Kirche zwischen dem Osterfest und dem Reformationsfest täglich offen ist, will die Gemeinde offen sein für alle, die Gott suchen. Sie selbst halten es mit einem Wort, das die Bibel „Unser Lieben Frauen“ – Maria, der Mutter Jesu in den Mund gelegt hat: „Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes“ (Lk. 1, 46-47).

Quelle: Ev.-Luth. Kirchgemeinde Penig

Markersdorfer Kirche

Die kleine Kirche in Markersdorf wurde 1404 durch den Burggrafen Albrecht von Leisnig gestiftet. Errichtet im romanischen Stil war sie in alter Zeit reich und kostbar ausgeschmückt. Sie besaß einen Orgelchor über dem Hauptportal im Westen und einen sehr schönen Flügelaltar mit Maria im Mittelschrein, flankiert von den Heiligenfiguren St. Katharina und St. Barbara.
Um 1500 war die Decke der Kirche fein getäfelt und der Messaltar reich vergoldet. Neben dem Hauptaltar stand noch ein zweiter, der Heiligen Margaretha geweihter Altar.
Im Jahre 1904 bekam die Kirche eine gebrauchte Orgel aus der Werkstatt der Gebrüder Jehmlich aus Dresden, die 1960 wegen der zunehmenden Baufälligkeit der Kirche in die Altpeniger Kirche St. Ägidius gebracht wurde.
Durch die nur gelegentliche Nutzung verfiel die Kirche im vergangenen Jahrhundert und war nach 1945 jahrelang baupolizeilich gesperrt. Doch den Markersdorfern war ihre Kirche wichtig. Sie bauten sie wieder auf. Am 20. August 1995 wurde die Kirche mit einem Gottesdienst neu geweiht. Das Dach und der Turm wurden 2011 saniert.

Quelle: Ev.-Luth. Kirchgemeinde Penig, Ev.-Luth. Kirchenbezirk Rochlitz (gekürzte Fassung)

 

Kommentare sind geschlossen